Analyse und Prototyping von Personal-DataStore-Lösungen und -Anwendungen
Masterarbeit
2019Nutzerinnen und Nutzer haben keine Kontrolle über die Daten, die sie im Internet hochladen oder die über sie gesammelt werden, da nahezu alle diese Daten in den Datenbanken verschiedener Plattformen liegen. Die Unternehmen hinter diesen Plattformen verbergen die Details der Datennutzung häufig hinter langen Nutzungsbedingungen. So wissen viele gar nicht, dass ihre Daten genutzt werden, um umfangreiche Profile über sie anzulegen. Diese Profile erlauben es Drittfirmen, Werbung gezielt an bestimmte Gruppen auszuspielen. Sie lassen sich ebenso einsetzen, um Menschen zu manipulieren, auszuspähen und Falschnachrichten zu verbreiten. Das Missbrauchspotenzial und die Lock-in-Problematik — die Nutzerinnen und Nutzer auf bestehenden Plattformen festhält — sind ein Problem und müssen adressiert werden.
Bevor eine Lösung vorgestellt wird, gibt die Arbeit Einblick in das Personal Information Management. Es wird erörtert, warum Informationsmanagement wichtig ist. Verschiedene Arten personenbezogener Daten werden erklärt, um die Menge der relevanten Daten aufzuzeigen. Anschließend werden unterschiedliche Werkzeuge samt ihrer Probleme und Schwächen vorgestellt.
Das nächste Kapitel erläutert die Idee der Personal Data Stores (PDS), beginnend mit ihrer historischen Entwicklung und der Definition zentraler Begriffe. Es wird dargelegt, warum PDS eine Lösung für die zuvor genannten Probleme sein könnten. Danach folgt eine kurze Marktanalyse aktueller PDS-Lösungen. Im Anschluss betrachtet die Arbeit die notwendigen Schlüsseltechnologien in den Bereichen Semantik sowie Autorisierung und Authentifizierung. Darauf folgt eine Zusammenstellung zum regulatorischen Rahmen von PDS-Lösungen.
Schließlich wird eine Anwendung entwickelt, die eine bestehende PDS-Lösung als Backend nutzt. Während der Entwicklung traten mehrere Probleme mit dieser bestehenden Lösung auf. Die aufgetretenen Probleme werden analysiert und in einem eigens entworfenen und implementierten PDS-Prototyp gelöst.